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Infrarot-Fotografie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Mittwoch, 7. Juni 2006
Seit dem vergangenen Jahr beschäftige ich mich intensiv mit der digitalen Infrarot-Fotografie. Aus meiner Sicht ein sehr spannendes Unternehmen mit zum Teil sehr eindrucksvollen Ergebnissen. Wie funktioniert das, fragt man sich.

 

 

kopie von img_5010-sinn.jpg

Das menschliche Auge erkennt elektromagnetische Strahlung  als unterschiedliche Farben wenn die Wellenlänge des Lichts zwischen 700 nm ( rot ) und 400 nm ( violett) liegt.

Licht mit einer kleineren Wellenlänge als 380 wird als Ultraviolett (UV) und mit einer größeren Wellenlänge als 750 nm als Infrarot (IR) bezeichnet. IR und UV können Menschen nicht sehen, Insekten und viele Tiere schon.

Der CCD-Sensor einer digitalen Kamera ist aber in der Lage infrarot nahes Licht zu registrieren und in Bildsignale umzuwandeln.Das ist aber durch die Hersteller nicht unbedingt erwünscht, da das infrarote Licht die Messergebnisse des Sensors beeinflussen kann. Deshalb werden heut fast ausschließlich Infrarot-Sperrfilter vor den CCD-Sensor geschalten und die Kameras für die Infrarotfotografie somit, mehr oder weniger, unbrauchbar. Ob eine Kamera Infrarot tauglich ist kann man mit einer Infrarot-Fernbedienung leicht herausfinden. Ist sie tauglich, kannst du mit einem vorgeschaltenen IR-Filter, der das "normale" sichtbare Licht sperrt, mit deiner DigiCam, Fotos machen, die so ganz anders aussehen als wir es gewohnt sind. Grüne Pflanzen zum Beispiel reflektieren das IR-Licht sehr stark und werden auf  IR-Fotos sehr hell wiedergegeben, man nennt dies den Wood-Effekt. Blauer Himmel und Wasser absorbieren die Infrarot-Strahlung fast vollständig und erscheinen so fast scharz. Wolken mit ihrer großen Oberfläche strahlen das IR-Licht auch stark zurück und geben auf dem dunklen Himmelsgrund zum Teil dramatische Stimmungen, zumal der vorhandene Dunst zum großen Teil weggefiltert wird. Geputzte Häuserwände mit groben Strukturen erscheinen sehr hell, glatte Natursteinwände sehr dunkel. In Abhängigkeit vom verwendeten Filter, gelingt es auch, IR-Farbfotos zu gestalten. Sie erscheinen  in sog. Falschfarben ( Grüne Pflanzen  sehen rötlich, der Himmel beige o.ä. aus).

Wenn man das erste mal mit der Infrarot-Fotografie in Berührung kommt, fragt man sich was macht den den Unterschied zu normalen Schwarzweiß-Fotos aus. Hier ein Beispiel aus dem Schloßpark in Schlettau.

 img_4661-demo1.jpgimg_4660-demo.2.jpg img_4659-demo.3.jpg 

 Normale Farbaufnahme

 Normal Schwarzweiß

 Infrarot-unbearbeitet Klick aufs Bild

In diesem Beispiel ist zu erahnen, welch schöne Sichten uns in der normalen Sicht verloren gehen. Genau diese Wirkung hat, wie sooft im Leben, zu einer Polarisierung geführt. Es gibt eine Reihe guter Fotografen, die lehnen die IR-Fotografie aus unterschiedlichen Gründen ab.

Ich meine, Fotografie ist Technik, plus persönliche Betrachtungweise der Welt die uns umgibt. Und diese sieht jeder eben ein bißchen anders. Mir gefällt sie eben ab und an in Infrarot.

Infrarot-Fotografie stellt sehr komplexe Ansprüche an den Fotografen. Das beginnt bereits mit der Technik (Kamera und Filter), der Motivsuche, Aufnahmetechnik und natürlich der Bildbearbeitung. Meine schönsten Bilder gelangen mir mit meiner, bereits in die Jahre gekommenen, Canon Powershot G1. Die Konica Minolta A200 erwies sich als gänzlich ungeeignet. Die Canon Powershot G3 und meine neue Finepix S9500 haben in bestimmten Beleuchtungs- bzw. Belichtungssituationen einen mehr oder minder ausgeprägten Centerspot. Diesen bekommt man mit etwas Mühe und mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm schon in den Griff. Von großer Wichtigkeit ist nach meiner Erfahrung der manuelle Weißabgleich. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Einige schwören auf einen Abgleich auf der grünen Wiese, andere gleichen auf den blauen Himmel oder auf ein weißes Blatt Papier ab. Ich nutze oft eine rote Vorlage. Hier hilft nur eigenes probieren. Ohne Weißabgleich oder im Automatikmodus erhält man einen zu hohen Rotanteil, den man anschließend zwar bei der Bildbearbeitung entfernen kann, der aber auch die Möglichkeiten der farbigen Gestaltung deutlich einschränkt oder gar unmöglich macht. Für die Bildbearbeitung nutze ich vor allem Fixfoto und Photoshop Elements 4. Eine tolle Community findest du im Infrarot-Kombinat. Einge meiner Bilder stehen schon im Album, weitere findet ihr hier in der Fotocommunity. Schaut sie euch einfach an, über einen Kommentar würde ich mich freuen oder lasst euch ganz einfach anstecken.

Übrigens, auch diese Website kann ich nur empfehelen.

Viel Spaß!

Letzte Aktualisierung ( Montag, 4. Juni 2007 )
 
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