Kennst du den Tjörn?
Nein? Dann lese bitte weiter! Ja? Dann bitte auch.

Der Tjörn begegnette mir das erste mal, als ich meinen frischerworbenen Reisführer das erste mal aufschlug um das Kapitel über Reykjavik zu lesen. Auf einem See wimmelte es von Wasservögel unterschiedlicher Gattungen. Im Hintergrund waren zwei futuristische Bauten zu sehen, die kaum zuzuordnen waren und die in etwa das Aussehen früherer Wellblechschuppen hatten. Heute weiß ich, das dies das Rathaus von Reykjavik ist und das es Anfang der achtziger Jahre gebaut wurde. Zum Tjörn führte mich mein erster Gang nach dem ich mein Bett im Gisti-Heimili der Heilsarmee bezogen hatte. Nur wenige Meter hinter dem Gästehaus war ich bereits am See. Das Rathaus, das wirklich mit Wellblech verkleidet war, stand defakto mit seinen Fundamenten im See und spiegelte sich im Abendlich darin. Am Himmel rollten die Wolken sich über die Dächer der Häuser am Nordufer und auf dem See schatterten hunderte Enten,Möven und Gänse um die Wette. Obwohl der Wind noch tüchtig blies und es dadurch ein bissel ungemütlich wurde, nutzten viele die Sonntagsabstunden um noch eine Runde um den Tjörn zu drehen.
Am Tjörn hat man einen wunderbaren Blick auf das Stadtpanorama, einschließlich der Hallgrimskirche und man ist mit wenigen Schritten mittendrin im Stadtzentrum. Am Seeufer sind die Nationaluniversität, das nordische Haus und das Nationalmuseum gelegen. Auf den großen Grünflächen stehen interessante Skulpturen inmitten schön gestalteter Blumenrabatten. Meine erste Begenung mit dem Tjörn hatte mir so gefallen, daß ich bis zum letzten Tag, an jedem Abend hier meine kleine Runde drehte. Dies blieb nicht unbeobachtet und so freute ich mich, daß ich nach dem zweiten oder dritten Tag bereits von den Joggern und Spaziergängern wie ein alter Bekannter gegrüßt wurde. Hier geht es zum Bilderalbum. |