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Geschrieben von Administrator
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Montag, 9. Oktober 2006 |
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Heute einmal ein Gedicht als Mutmacher, und wie finde nicht unbegründet!

Die weisse Blume
Die weisse Blume In Vaters Garten heimlich steht Ein Blümchen traurig und bleich; Der Winter zieht fort, der Frühling weht, Bleich Blümchen bleibt immer so bleich. Die bleiche Blume schaut Wie eine kranke Braut. Zu mir bleich Blümchen leise spricht: Lieb Brüderchen, pflücke mich! Zu Blümchen sprech ich: Das tu ich nicht, Ich pflücke nimmermehr dich; Ich such mit Müh und Not, Die Blume purpurrot.
Bleich Blümchen spricht: Such hin, such her, Bis an deinen kühlen Tod, Du suchst umsonst, findst nimmermehr Die Blume purpurrot; Mich aber pflücken tu, Ich bin so krank wie du.
So lispelt bleich Blümchen, und bittet sehr - Da zag ich, und pflück es schnell. Und plötzlich blutet mein Herz nicht mehr, Mein innres Auge wird hell. In meine wunde Brust Kommt stille Engellust.
Heine, Heinrich (1797-1856) |
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 9. Oktober 2006 )
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