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Montag, 12. Juni 2006 |
Pashupatinath
Wohl niemand der nach Kathmandu kommt und sich vor der Reise über sein Reiseziel informiert hat, wird nicht den Wunsch haben, die wohl bedeutendste hinduistische Tempelanlage am Fluss Bagmati zu besuchen. Und es wird wohl niemanden geben, der davon nicht tief beeindruckt, eventuell auch leicht verstört wird.
Pashupatinath liegt in etwa 2-3 Kilometer vom Flughafen Tribhuvan auf direktem Wege zum Stadtzentrum oder zum Bhauda-Stupa, auf der rechten Seite der Ringstrasse. Die hinduistische Tempelstätte ist Shiva gewidmet, der hier als Pashupati, als Herr der Tiere verehrt wird.
Bekannt unter Europäern ist Pashupatinath insbesondere durch die Anwesenheit der seltsam anmutenden Shadus und des Brauches der öffentlichen Verbrennung der Toten auf den Gates am Bagmati geworden. Vom Ostufer des Flusses kann man an seinem Terrassenufer diese Zeremonien fasziniert beobachten. Ein beeindruckendes Erlebnis ist die Teilnahme am Shivaratri-Fest, das in der Regel Anfang März stattfindet und zu dem Tausende von Hindus aus vielen Länder, Shiva feiern in dem sie oft narkotisiert, ausgelassen und fröhlich durch die Straßen von Kathmandu ziehen und vor allem die Tempelanlage von Pashupatinath bevölkern. 2005 fand dieses Fest um den 6.März statt. Ich besuchte kurz nach meiner Anreise den Tempel und wurde Zeuge des Besuches des Königs Gianendra. Die gesamte Tempelanlage mit tausenden von Menschen wurde innerhalb kurzer Zeit unter schlagkräftigen Einsatz von Polizei und Militär geräumt, damit der derzeitige direkte Nachfahre Shivas seinen Vorgänger gebührend huldigen konnte. Meine Ortskenntnis und mein Gespür bewarte mich vor dieser Gewalt, ersparte mir aber nicht eine längere Wartezeit inmitten der verunsicherten Pilger. Wer zu Shivaratri unterwegs ist sollte diese Erfahrung beachten und vor seinem Besuch im Hotel sachkundig machen.
Die Tempelanlage besteht vor allem aus dem Pahupati-Tempel der am linken Ufer des Bagmati steht. Der Tempel ist eine zweigeschossige Pagode und ist sehr imposant mit vergoldeten Kupfer bedeckt. Er darf nur von Hindus betreten werden. Alle anderen Gebäude, einschließlich des Totenhauses und der Tempelanlagen auf der rechten Seite des Flusses sind frei zugänglich. Oft wird man auch von Shadus angesprochen und in ihre oft sehr abenteuerlichen Behausungen eingeladen. Die Verbrennung der Toten findet oft den ganzen Tag über statt. Unmittelbar auf den Die Gates unmittelbar vor dem Pashupati-Tempel sind den hochstehende (Kaste) Hindus vorbehalten, während links die weniger begüterten ihre letzte Ruhe finden. Für die Verbrennung gibt es ein von mir oft beobachtetes Ritual. Zuerst verabschieden sich die nahen Verwandten von den Toten, dann wird er an den Bagmati herangebracht und seine Füße in dem Fluss gebadet bevor er in ein gelbes oder weißes Tuch gehüllt wird und auf einem Scheiterhaufen platziert und mit Stroh bedeckt wird. Das Stroh wird entweder durch den ältesten Sohn(Tochter) oder ein Priester angezündet. Nach etwa drei bis vier Stunden ist alles verbrannt und die Asche wird in den Fluss geschüttet. Noch in Gedanken bei diesem Erlebnis geht man dann auf der rechten Seite der Tempelanlage die lange Treppe hoch und gelangt in einen Teil der Tempelanlage wo viel Shadus mit ihren Schülern campieren. Oft wird man eingeladen an ihren Feuern Platz zu nehmen. Sie sitzen hier in ihren meist gelben Umhängen, auf dem Kopf Turbane oder kunstvoll gesteckte Haarmähnen, rauchen aus ihren Meerschaumpfeifen. Das sind schon beeindruckende Bilder. Ich gehe deshalb sehr gern in den frühen Abendstunden nach Pashupatinath.
Zum Album hier!
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 30. Juni 2006 )
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