Es gibt Stätten da ruht unsere Geschichte und oftmals ist es dann der Zufall der uns wieder mit ihr konfrontiert. Friedhöfe sind nicht nur Stätten der Trauer. Schaut man genau hin und nimmt man sich ein wenig Zeit erfährt man Spektakuläres aus der Vergangenheit.

Dieser Grabstein steht auf einem Friedhof im oberen Erzgebirge. Mir fiel er vor allem durch seine eigenwillige Form und feine Verarbeitung auf. Hier ruht ein Pilot war mein Eindruck. Todesjahr 1938, ein Kriegsopfer konnte es nicht sein dachte ich. Mich begann dieser Stein zu interessieren. Also begab ich mich auf die Suche. Beim Friedhofsangestellten wurde ich fündig. Er erzählte mir die Geschichte dieses Steines und damit die Todesgeschichte eines jungen Erzgebirglers. der "freiwillig" auf der Seite der Putschisten um General Franco im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte. Dieser Stein wäre schon zum Zeitpunkt seiner Aufstellung im warsten Sinne, Stein des Anstoßes gewesen. Da die Nazis unter allen Umständen vermeiden wollten, dass der Tod dieses Mannes in Verbindung mit der Invasion Nazideutschlands in Spanien gebracht werden konnte, erfanden sie die Geschichte eines Flugzeugabsturzes während einer Flugschau in Altenburg, die es in Wahrheit nicht gab. Nach 1945 fiel dieser Stein deshalb auf, weil er einen Toten ehrte, der auf der falschen Seite kämpfte. Heute, da sich anscheinend niemand mehr um den Stein kümmert, fällt er wieder auf. Großgeworden in der DDR, war mir die Geschichte des spanischen Bürgerkrieges nicht unbekannt. Ich kannte sie vor allem aus der Sicht der Internationalen Brigaden. Ernst Busch, Wiilli Bredel, Ludwig Renn und der Walter Janka aus Chemnitz. Ich kannte sie auch, aus einem Besuch 1985 in Spanien, als ich in Madrid im Prado, Picassos Guernica gegenüberstand. Und ich kannte sie vor allem aus zahlreichen Foren mit leibhaftigen Mitgliedern der Internationalen Brigaden. Plotzlich steht da ein Stein, der mich anstößt mich wiederum mit der Geschichte zu beschäftigen. Ich stoße dabei auf die Legion Condor und auf den anhaltenden Versuch ihre Rolle zu verharmlosen. Ich stoße auf die offizielle Teilnahme des ehemaligen Generalinspekteurs der Bundeswehr zum 50. Gründungsjubiläum 2005. Trettner war Adjudant und Staffelkapitän der Legion Condor. Und wieder stoße ich auf das Verbrechen deutscher Piloten in Guernica, die eine Brücke treffen wollten und eine Stadt vernichteten. Und ich erinnere mich an das Mahnung des Picassobildes im Prado von Madrid. Es mahnt daran zu denken, daß Deutsche, in drei Jahren, 21 Millionen Bomben auf spanischen Boden abwarfen und die in Guernica für das erste Flächenbombardement verantwortlich waren, das nur ein Ziel hatte, dei zivile Bevölkerung zu terrorisieren. Es jährt sich in diesen Tagen zum 60. mal der Tag als die Legion Condor im Juli 1936 in geheimster Mission nach Spanien abkomandiert wurde. Drei Jahre später wurde sie pompös in Berlin durch Hitler empfangen. Ihnen zu ehren wurde eine Strasse in Spanische Alle umgetauft. Sie heist heut noch so. Auch hier ein interessanter Artikel |